Charakter Nr. 1: Regina

Sie ist Krankenschwester. Seit zwanzig Jahren. Auf derselben Station, in denselben Fluren, unter demselben fahlen Neonlicht.
Wer Regina begegnet, begegnet einer Frau, die zuhört. Wirklich zuhört. Die Hand, die über eine fieberheiße Stirn streicht, die Stimme, die um drei Uhr morgens Trost spendet, das Lächeln, das sagt: Du bist nicht allein. Für die Kinder auf der Regenbogenstation ist sie ein Fels. Für die Eltern eine Vertraute. Für ihre Kollegen eine der Zuverlässigsten, die sie kennen.

Was niemand sieht: Regina trägt seit ihrer Kindheit eine Wunde, die nie wirklich verheilt ist. Und einen Glauben, der so tief geht, dass er irgendwann aufgehört hat, Halt zu geben, und begonnen hat, eine eigene Richtung vorzugeben.

Sie hört eine Stimme. Sie nennt sie Gott.
Vielleicht ist es das...