Familie und die Zeit dazwischen

Poetische Reflexion

Erschienen am 03. November 2026.

Zur Veröffentlichung überlassen von Chantal R.
© 2026 Chantal R. / Die Literaturschmiede

Familie und die Zeit dazwischen

Eine Familie beginnt mit einem Anfang. Mit kleinen Händen, vertrauten Stimmen und dem Gefühl, irgendwo dazu zu gehören. Mit der Zeit wachsen wir, verändern uns, entfernen uns voneinander und finden manchmal wieder zurück. Wir sammeln Erinnerungen, Worte und Momente, von denen wir glauben, dass es noch unendlich viele geben wird. Doch manchmal endet etwas, bevor wir bereit dafür sind.

Manchmal bleiben Menschen länger, als wir es je erwartet hätten und manchmal gehen sie viel zu früh.
Manche Abschiede geschehen leise, andere hinterlassen Wunden, die niemand sieht.

Vielleicht ist das das traurige und zugleich schöne an Familie: Nichts bleibt für immer so, wie es einmal war.
Und doch tragen wir manche Menschen ein Leben lang in uns; selbst dann, wenn sie schon längst nicht mehr an unserer Seite sind.
Denn Familie ist nicht nur der Ort, an dem unser Leben beginnt, manchmal ist sie auch der Ort, an dem wir lernen müssen loszulassen.

Und manchmal tut genau das am meisten weh, was wir am tiefsten geliebt haben.